Der minHomer im Größenvergleich mit einer Streichholzschachtel: klein und praktisch (den Namen der Schachtel habe ich mal weggemacht, da ich keine Werbung machen möchte)

Znex miniHomer GPS-Tracker unter Linux: Anleitung und Tricks

miniHomer im Größenvergleich: Klick für große Version Kaum ein GPS-Aufzeichnungsgerät ist so klein und praktisch wie der miniHomer von Znex. Wie man das Gerät unter Linux ausliest und die Daten sinnvoll nutzt, zeige ich in diesem Artikel.

Wer zum Beispiel während einer Fahrradtour Geokoordinaten aufzeichnen möchte, aber die Kosten für ein Navigationsgerät von zum Beispiel Garmin scheut, der ist mit dem miniHomer von Znex gut beraten. Auch die Bilder einer Fototour lassen sich somit einfach „verorten“.

Hier ein paar Vorteile, die mir bei der bisherigen Benutzung des Gerätes aufgefallen sind:

  • extrem kleines Gerät (etwa streichholzschachtelgroß und nur 42g leicht)
  • kann an Schlüsselbund oder ähnlichem befestigt werden
  • Speicher reicht für 250.000 Wegpunkte (also locker für eine zweiwöchige Radtour)
  • neueste GPS-Technologie und damit recht genau
  • ausführliches deutsches Handbuch in Klartext ohne Kauderwelsch oder Beschönigung
  • Akku kann auch unterwegs über Mini-USB geladen werden (400 mAh reicht bei mir für etwa 20 Stunden Aufzeichnung)
  • wasserdicht und ziemlich robust
  • einfache Bedienung über zwei Tasten

Am Anfang hatte ich einige Probleme, da die mitgelieferte Software nur Windows unterstützt. Zwar gibt es im Download-Bereich auf der Znex-Seite eine Anleitung, wie man den miniHomer unter Linux benutzt, jedoch ist diese in meinen Augen recht umständlich. Deswegen möchte ich hier nun ein paar Tipps geben:

Daten vom miniHomer holen mit Gebabbel

Um die Daten vom miniHomer herunterzuladen, nutze ich das Programm mit dem lustigen Namen Gebabbel. Zur Installation könnt ihr einfach diesen APT-Link benutzen und eure Softwareverwaltung kümmert sich um den Rest.

Das Programmfenster von Gebabbel
Das Programmfenster von Gebabbel sieht recht übersichtlich aus, bietet aber enorm viele Einstellungsmöglichkeiten.

Man muss natürlich das Gerät über USB anschließen. Wichtig ist auch, dass der miniHomer angeschaltet sein muss! Nun öffnet man Gebabbel. Dort bekommt man eine dreiteilige Ansicht geboten. Bei Eingabe muss man die Art skytraq wählen und den Pfad /dev/ttyUSB0. Bei den Filtern kann man sich nach seinen Wünschen austoben. Dazu ist es hilfreich, sich die Beispiele bei den Voreinstellungen mal anzuschauen. Für ein paar nützliche Voreinstellungen, die ich für den miniHomer erstellt habe, könnt die meine Version der Programmeinstellungen unter ~/.config/Gebabbel/ speichern. Vorher solltet ihr allerdings eine Sicherheitskopie eurer GebabbelUserSettings.ini machen. Darin befinden sich unter anderem folgende Voreinstellungen:

  • miniHomer: alle Herunterladen, splitten: Lädt alle Daten herunter und teilt alle Punkte, die weiter als 60 Minuten voneinander entfernt sind in einzelne Tracks auf und benennt diese gleich mit Startdatum und Uhrzeit.
  • miniHomer: Daten löschen: Löscht die vorhanden Aufzeichnungen auf dem miniHomer, so dass wieder Platz für neue ist.
  • verschiedene Voreinstellungen mit Datum korrigieren: Bei mir kam es anfangs noch dazu, dass das Datum im miniHomer nicht stimmte. Damit wurde das Datum wieder richtig. Vielleicht hilft es bei euch auch.

Weiterverarbeitung der Tracks mit Viking

Die Software Viking dient zur Bearbeitung der Tracks, falls dies nötig ist. Auch dieses Tool könnt ihr einfach über die Softwareverwaltung installieren.

Das Fenster von Viking
So sieht Viking aus. Es bietet sehr viele Möglichkeiten und ist dementsprechend auch nicht sehr übersichtlich.

Viking ist sozusagen das Schweizer Taschenmesser unter den Bearbeitungstools. Als erstes solltet ihr eure mit Gebabbel erstellte gpx-Datei öffnen und als nächstes über das kleine grüne Plus links unten eine Karten-Ebene hinzufügen. Dies müsst ihr nun mit den Pfeil-Buttons unterhalb der Tracks anordnen, damit ihr diese sehen könnt (siehe Screenshot).
Will man nun einen einzelnen Track exportieren oder mit einem anderen zusammenfügen, so kann man dies mit einem Rechtsklick machen. Viking bietet noch dutzende Möglichkeiten, deren Erklärung hier zu weit führen würde. Ein guter Start ist die Anleitung auf Ubuntuusers.

Geokoordinaten zu Bildern hinzufügen mit Digikam

Es gibt dutzende Tools, um Geokoordinaten zu Bildern hinzuzufügen. Ich lasse dazu den miniHomer bei der Fototour aufzeichnen und hole die Daten mit Gebabbel ab. Wichtig ist dabei, dass die Uhrzeit in der Kamera gut eingestellt ist (der miniHomer holt sich die genaue Uhrzeit von den GPS-Satelliten, so muss man maximal die Stunde einstellen, da er nicht weiß, in welcher Zeitzone man sich befindet), damit man später nachvollziehen kann, wo welches Bild gemacht wurde. Zwar lässt sich die falsche Uhrzeit auch im Nachhinein korrigieren, aber man hat deutlich mehr Aufwand, wenn man die Zeiten vorher abgleicht.

Das Programmfenster von Digikam bei der Geolokalisierung
Auch voller Funktionen und trotzdem übersichtlich: So kennt man Digikam. Hier sind zwei Bilder auf der Karte schon positioniert und rechts ist eine umfangreiche GPX-Datei geladen worden.

Da es dazu schon viele Anleitungen im Netz gibt, hier nur eine Kurzversion:

  • Bilder in Digikam markieren
  • im Menü: BildGeo Lokalisierung
  • rechts den Reiter GPS-Korrelator
  • (überprüfen, ob die Einstellungen korrekt sind)
  • dann den Button Korrelieren drücken

Ich wende dann noch die Umgekehrte Geolokalisierung an (gleichnamiger Tab rechts). Der sucht anhand der Bilddaten die gewünschten Informationen wie Bundesland und Stadt heraus (bis hin zur Straße) und kann diese nach einem festlegbaren Schema an die IPTC-Daten des Bildes speichern.

Fazit

Der miniHomer lässt sich mit den passenden Tools auch unter Linux sinnvoll verwenden. Ein paar Einstellungen (wie zum Beispiel wie und wie oft Punkte durch das Gerät aufgezeichnet werden) lassen sich aber nur über die Windows Software tätigen. Hier gibt es noch etwas Nachholbedarf.

3 Gedanken zu „Znex miniHomer GPS-Tracker unter Linux: Anleitung und Tricks“

  1. Nun habe ich endlich Windoof den Rücken gekehrt und mir wieder – nach 33 Jahren – einen Apfel gekauft.
    Plant Ihr etwas in diese Richtung, oder muß ich mir das alte Betriebssystem aufspielen?
    Für Ihre Antwort danke ich im voraus und grüße
    Heinz Kohorst

    1. Hallo DerHeinz,

      in diesem Blogbeitrag beschreibe ich nur, wie man den den miniHomer unter Linux nutzt. Ob es die Programme auch für MacOsX gibt, weiß ich nicht, da ich mit den Apfelmännern nichts am Hut habe.
      Ich habe auch keinerlei Verbindung zur Firma Znex. Anfragen an den Support musst du also an diese richten (zum Beispile über das .

      Wie kommst du in diesem Zusammenhang auf diese Seite?

      Grüße
      Sandro

  2. Hallo zusammen,
    bin gerade über diese Seite gestolpert, weil ich nach langer Zeit mal wieder meinen miniHomer herausgekramt, inzwischen aber Windows komplett von meinem privaten PC verbannt habe. Vielen vielen Dank für die Anleitung! Gebabbel funktioniert jetzt unter Ubuntu tatsächlich, allerdings (bei mir) nur mit root-Rechten. Die oben verlinkte config-Datei musste ich daher unter /root/.config/Gebabbel/ ablegen (ohne die Voreinstellungen habe ich es nicht zum Laufen gebracht) und das Programm dann mit root-Rechten (unter Ubuntu mit gksu) starten. Den Pfad zur output-Datei habe ich noch angepasst.
    Dann kanns ja jetzt wieder losgehen mit dem Loggen!!! Schöne Grüße von der wantje :-)

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